Stratigraphy2018-05-11T15:50:18+00:00

Die antike Bauphase (1. Jh. v./n. Chr.)

Zur antiken Bauphase gehört zuallererst der markant bearbeitete Fels, der als Basis die Mauerführung anzusehen ist. Er bildete an der beschriebenen Stelle ein kleines Podium außerhalb eines Mauerdurchlasses (Poterne) und die Basis für einen östlich der Anlage aufragenden gewaltigen Turm (auf dem heute die Mauern C und E stehen).

Die beiden Miqwen weisen zahlreiche Identifikationsmerkmale aus der Zeit des 1. Jh. v./n. Chr. auf: Es handelt sich um in Fels gehauene Bäder, auf deren Wände mehrere Putzbeschichtungen aufgetragen wurden. Das Tauchbecken ist über in Felsen gehauene Stufen erreichbar. Die südöstliche Miqwe weist eine getrennte Stufenführung auf (um gereinigte Besucher von eintretenden Unreinen zu trennen). Auch das unvermörtelte Tonnengewölbe mit behauenen Steinen zwischen parallel laufenden Mauen der nordwestlichen Miqwe entspricht der Bauform dieser Zeit (s. Abbildung rechts).

Die baugeschichtliche Zuordnung der Miqwen in das 1. Jh. v./n. Chr. wird auch durch Messdaten bekräftigt: Die Höhe der Schwelle am Essenertor – dem Eingang in die Stadt zur Zeit Herodes d. Gr. – entspricht der errechneten Höhe der untersten Stufe am früheren, von Maudsley noch gesehenen und 1874 fotografisch dokumentiertenZugang der Miqwen-Anlage. Die Höhe der Schwelle des Essenertors liegt bei 746,863 m NN. Die unterste Stufe an der Miqwen-Anlage weist laut Abbildung 14und der Beschreibung Maudsleys eine Höhe von 746,874 m NN auf.

Der Verwitterungsgrad der Formsteine am nordwestlichen Gewölbeeingang entspricht dem der Türschwelle und der unteren aufgehenden Begrenzungssteine des ehemaligen Durchgangs. Schwelle und der Torwände des zugemauerten dritten Zugangs stehen auch bezeichnend in ein- und derselben Flucht ca. eine Steinlage südlich vor der 1848 errichteten, heute optisch alles dominierenden Friedhofswand. Die Ummauerung der südöstlichen Miqwe folgt der Friedhofsbegrenzung.

Von der Anlage des Friedhofs (1848) bis zum Foto von Wilson (1865)

Samuel Gobat erwarb 1848 das Grundstück der heutigen Bischof Gobat Schule sowie das Friedhofsareal. Damals muss die südöstliche Miqwe im Zuge der Friedhofsummauerung ihr heutiges Aussehen (inkl. des Gewölbebogens) erhalten haben. Deren heutige bogenförmige Überwölbung schließt exakt mit der Kante der Mauer aus der Mitte des 19. Jh. ab, sie ist deutlich anders gebaut als das unvermörtelte Tonnengewölbe der westlichen Miqwe. Möglichweise antike Formsteine wurden nur am Sichtkante verwendet, sonst – wie in osmanischer Zeit üblich – ein Gemenge aus Füllmaterial, Mörtel und Bruchsteinen (s. Abbildung rechts).

Das historische Foto von Wilson aus dem Jahr 1865 (s. Abbildung rechts) zeigt, dass die Begrenzungsmauern der oberen Ebenen der Miqwen-Anlage bereits hinzugefügt wurden (Trockenmauern ohne Zement).

Umgestaltung und Erweiterung des Friedhofs (1904/5) und moderne Veränderungen

Die auf der Miqwen-Ebene und auf dem Zwischenpodest vom unteren Zugang verlegten Bodenplatten wurden samt dem Zwischenpodest und dem südlichen Treppenzugang erst nach 1865 erbaut. Alle mit Zement errichtetem Mauern auf dem oberen Miqvenebene (s. Begrenzung nach Osten) stammen aus der Zeit der Friedhofserweiterung um 1904/5.

Bei der modernen Umgestaltung des Friedhofs gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde – vgl. die Verwendung von Zementmörtel, Stahlträgern und Betonfüllungen – die Betonverfüllung auf der Zisterne gegossen.

– Antike Bauphase (1. Jh. v./n. Chr.)
– Von der Anlage des Friedhofs (1848) bis zum Foto von Wilson (1865)
– Umgestaltung und Erweiterung des Friedhofs (1904/1905)
– Moderne Veränderungen in der zweiten Hälfte 20. Jh.
– nicht bestimmbar

Antikes Gewölbe über der nordwestlichen Miqve
Antique vault of the northwestern ritual bath

Modern Gewölbe über der südöstlichen Miqve
Modern vault of the southeastern ritual bath

Oben: Antike Treppenanlage; unten: Heutiger Zugang von Süden und modernes Zwischenpodest mit den oberen antiken Treppenstufen rechts im Bild.
Above: Antique staircases; below: Todays entrance to the Miqvaot from South. After an intermediate landing the upper antique staircases to the right.

Parts built between the 1st century BC and the 1st century AD

The base for the oldest phases is the hewn rock. It has been formed into a podium on the outside of a small gate (postern). The walls, as well as a massive tower (today, the walls C and E of later times rest on the towers remains) to the east of the miqvaot, also rest on hewn sections of bedrock.

In the rituals baths, some features hint for a dating between the 1st century BC and the 1st century AD. Both baths have been hewn into the rock with multiple layers of plaster applied to their walls. The basins can be reaches via rock-hewn stair. In the south-eastern bath, the stairs are separated to separated, cleaned visitors from uncleaned ones. Additionally, the vault of the north-eastern bath, built of hewn stone without mortar, is a technique commonly used during the timeframe mentioned above.

This dating is also supported by measurements, connecting the baths with the Gate of the Essenes. Around 1875 Maudsley was able to observe and photograph the staircase leading up to the platform from which the ritual baths can be entered. Today, most of these steps are today covered by the platform built for the cemetery. According to Maudsley’s measurements, the first step of the staircase was found at 746,874 m NN. This measurement closely resembles the level of the threshold of the gate of the Essenes –entrance to the city during the times of Herod the Great¬– with 746,863 m NN. The weathering of northwestern vaults stones resembles that of the threshold of the postern.

From the establishment of the cemetery to the Wilson photo.

In 1848, Samuel Gobat acquired the plot of land on which today the Bishop-Gobat School and the cemetery are located. With the construction of the cemetery’s enclosure, the south-eastern miqve must have been rebuilt. Its construction differs from that of its counterpart with its well-built, mortar-less vault.  The vault of the south-western bath lines up with the face of the cemetery’s enclosure, hewn stones, possibly older, have only been used above the entrance. The remainder of the vault had been constructed in a fashion common during Osman times – using quarry-stone, rubble and mortar.

Wilsons photography from 1865 (see image on the left) shows that the wall bordering the upper level containing the miqvaot had already been constructed in dry-wall technique.

Redesign and enlargement of the cemetery in 1904/5 and modern changes.

The slab-pavement of the intermediate landing and the level containing the baths have been lain after 1865, together with the intermediate landing and the new staircase. All walls in which cement was used are to be dated after 1904/5. During the most recent reconstruction of the cemetery at the end of the 20th century, the cistern was covered with a steel-concrete slab.