Campaign 2017 (Mt. Zion Cemetery)2018-10-18T18:00:13+00:00

Areal I (2017)

Das wichtigste Ergebnis der Ausgrabung im Jahr 2017 ist die Freilegung von zwei gut erhaltenen Räumen der byzantinischen Ära. Noch ist zwischen beiden Räumen keine architektonische Verbindung erkennbar, jedoch sind beide mit dem gleichen Wandverputz ausgestattet. Dieser Putz enthält gleichmäßig ausgeführte kleine Perforationen, die darauf hindeuten, dass es sich um einen Grundputz handelte. Dieser wurde üblicherweise mit einer zweiten, dünneren Putzschicht überzogen, in die zuweilen Wandmalereien eingebracht wurden. Leider wurde an keiner Stelle Putz dieser zweiten Lage gefunden, es könnte also sein, dass dieser nie ausgeführt worden war. Diese Räume lagen mit nur 10 m Entfernung relativ nahe an den Stadtmauern, die in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts ihre jüngste Umbauphase erfuhren.

In der nordwestlichen Ecke des westlichen Raumes befindet sich die Öffnung zu einer unter dem Raum gelegenen und sehr gut erhaltenen Zisterne. Die Einfassung der Öffnung ist sehr schmal (36 cm) und wurde später von einer Installation umgeben, die so nahe um die Zisterne herumgeführt wurde, dass diese nach der Installation nicht mehr als solche verwendet werden konnte. Die Zisterne selbst ist ca. 2,5 m tief und misst annähernd zwei auf drei Meter. Das Wasserreservoir wird durch eine erhaltene Regenrinne gespeist. Die wasserdichten Putzschichten im Inneren des Speichers sind nahezu unzerstört, nur in dem Bereich, in dem in der Antike die Eimer zum Wasserschöpfen an der Wand entlang rieben, kam es zu kleinen Fehlstellen im Putz

Im zweiten Raum im Osten haben sich große zusammenhängende Flächen des Putzes sogar über eine Ecke hinaus erhalten. Dieser Raum wurde durch die moderne Mauer durchbrochen, die zwar die Ostwand zerstörte, damit jedoch dafür sorgte, dass Teile des Bodenmosaiks und die westliche Ecke der verputzten Kammer erhalten blieben. Unter dem Raum deutet sich ein gut ausgebauter, etwa 70 cm breiter Wasserkanal an.

Viele Hinweise sprechen für die Datierung dieser beiden Räume in byzantinischer Zeit: Der perforierte Putz ist ein typisches Merkmal dieser Zeit. Münzen, die im Putz gefunden wurden, könnten in das 5. Jahrhundert datierbar sein (für die Feindatierung muss die professionelle laboratorische Reinigung der Funde abgewartet werden). Ein sehr guter Hinweis auf die zeitliche Stellung des Hauses gibt ein Stück eines Amphorenfußes, der im Mörtel der Kammer im Osten gefunden wurde. Es ist mit einem sogenannten Kastenmonogramm versehen, einem byzantinischen Monogramm in einem Stil, der ausschließlich im 5. und 6. Jahrhundert verwendet wurde. Nach der Expertise der Sigillographin Alexandra Wassiliou-Seibt (Universität Wien) kann es als ΜΑΚΡΩΒΙΟΥ ΚΟΥΒΙΚΟΥΛΑΡΙΟΥ (des Kämmerers Makrobious) gelesen werden.

Areal 1 (2017)

The most important result of the 2017 campaign was the exposure of two well preserved Byzantine rooms. Although there is no architectural link visible (yet) between the two rooms, they both are furnished with the same wall-plaster. This plaster contains orderly implemented small perforations typical for a basecoat. Those were usually covered with a thinner layer of plaster, sometimes decorated with paintings. Nothing from top-layer preserved, therefore it might have never been executed. These two rooms lay only relatively close, roughly 10 m, to the city wall. The youngest phase of this fortification wall is dated into the first half of the 5th century.

 In the corner of the western room lay the opening to a well-preserved cistern below the floor of the room. The basin measured 2.0 x 3.0 m and 2.5 m in depth and was supplied via a small channel. The opening measure 0.36 m and has been surrounded by an installation during a later phase. The installation was built in a way, it basically made the opening unusable. On the inside, the plaster is almost entirely preserved with the exception where the rope used to remove water cut into the plaster.

 The eastern room was cut by a later wall which destroyed the eastern wall of the room, but the structure led to parts of a mosaic floor as well as the plaster on two adjacent walls being preserved in its western part. Below the room, a well-plastered canal can be seen.

 A number of finds make dating these rooms into the Byzantine era viable. The way the perforated plaster is executed is typical for that era. Coins found in the plaster seem to be dateable into the 5th century AD, although we have to await professional cleaning an reading of the coins. A well datable find is the stamped bottom of an amphora found in the eastern room. It is imprinted with a so-called „Kastenmonogramm“ used exclusively during the 5th and 6th century AD. According to sigillography expert Alexandra Wassiliou-Seibt (University Vienna) the imprint reads (Universität Wien) ΜΑΚΡΩΒΙΟΥ ΚΟΥΒΙΚΟΥΛΑΡΙΟΥ translating to „the treasurer Makrobious“.